"Bayrischer Hof" einst Hofbeamten-Residenz

Dem Staatsarchiv Dank! Wälzer geschleppt, Bestände durchsucht, bis die Mühe gelohnt, die Vergangenheit des Hauses Brauergildenstrasse 5 sich lückenlos erschloss. Ja, eine alte Wasserburg ziviler Hofchargen hat ihr Geheimnis preisgegeben. "Wasserburg" freilich nur im übertragenen Sinne. Der mächtige Fachwerkbau, dreistöckig mit einem Zwerchhaus und einem Giebel gleich einem hohen Turm in die Reichsstrasse hineingebaut, gleicht einer Festung, wenn man ihn von dieser Strasse aus erblickt. Errichtet wurde das mächtige Haus mit seinen tiefdunklen Holzständern und vorgekragten Balken samt dunkelroten Füllsteinen in einen "Wasserwinkel", obgleich man heute nichts mehr vom Wasser sieht.

Fest steht, dass das Haus Brauergildenstrasse Nr. 5 in den Jahren von etwa 1603 bis 1609 erbaut wurde. Es gehörte damals dem Fürstlichen Cammer-Secretarius, später Rat- und Rechtsgelehrter, Theodor Dietrich Block, dessen Ehefrau Catarina Schirmer war. Sie und ihr Sohn Siegfried Albrecht verstarben 1626 und wurden an der Kirchmauer der Marienkirche in einem Erbbegräbnis beigesetzt (nach Woltereck). Der ältere Sohn, Johann Werner, starb 1691 (als 84-jähriger), während ein anderer nach Hannover übersiedelte. Von Blocks Erben erwarb um 1700 die Familie Mackensen das Haus Nr. 5 in der Brauergildenstrasse und der Lehn- bzw. Landfiscal Dr. jur. Julius Philipp Mackensen. Es blieb rund 150 Jahre im Familienbesitz.

Dieses Haus wurde 1892 erstmalig "Herberge zur Heimat" bis 1952. Am 12. Oktober 1952 wurde es als Hotelgaststätte unter dem Namen "Gildehaus" eröffnet, dann "Gildehof" benannt. Im November 1987 im bayrischen Stil nochmals im Inneren neu ausgebaut.